Der Club der verrückten Dichter

Wussten Sie, dass Hans Christian Andersen jeden Abend einen Zettel mit der Aufschrift „Ich bin nicht tot, ich schlafe nur“ neben sein Bett legte? Verrückt, oder? Es scheint beinahe unmöglich, einen namhaften Autor zu finden, der es geschafft hat, völlig ohne geistige Erkrankung, Suchtprobleme oder zumindest auffällige Exzentrismen sein Werk zu vollenden.

Der Club, den SprechAKT hier eröffnen, ist folglich sehr prominent besetzt: Ohne Angst vor großen Namen weisen SprechAKT neben den üblichen Verdächtigen wie Kafka, Poe und Baudelaire, sogar Hölderlin, Lord Byron und Schiller ein.

Selbst wenn der Autor sich — den gängigen Geistesnormen seiner Zeit nach — unauffällig verhielt, so überschreiten doch oft seine Figuren die Grenze zum Wahnsinn. Dass das urkomisch, faszinierend und sogar verstörend sein kann, versteht sich von selbst.

„Der Club der Verrückten Dichter“ ist eine die Literaturepochen übergreifende Collage aus Prosa, Lyrik und Dramentexten, die mit SprechAKT-typischen Wortwitz auch gesellschaftlich relevante Fragen nach der Natur geistiger Gesundheit aufwirft, denn beim Betrachten der Klientel, die Eintritt in den Club erhält, drängt sich der Eindruck auf, dass oft nicht allein eine medizinische Indikation, sondern auch die soziale Stellung und der Erfolg des Betroffenen sowie die sozialen Normen, die Gesetzgebung und Politik seiner Zeit, maßgeblich für das Urteil: „verrückt“ waren und sind.

Die Premiere dieses Stückes fand in einem stillgelegten, ehemaligen „Bewahrhaus“ für geistig Kranke statt.

SprechAKT

Zwischen Wahn und Witz: Der Club der verrückten Dichter

Genre: Kabarett / Lesung / Comedy
Länge: ca. 70–75 Minuten (40 + 35 mit Pause)
Preis: zu erfragen unter info@nullsprechakt.org