Solinger Morgenpost: „Wie wird man zum Star?“ vom 17.06.11

Von Anne-Christin Giesen

Das Duo SprechAKT liest mit spitzer Zunge die Gedichte der „großen“ Dichter.
„Man kann mit Gedichten unglaublich ausgefallene Sachen machen“, diese Feststellung könnte das Motto des Literaturperformanceduos sein. Sprech-AKT, das sind die Künstler Ida Lamp und Steffen Gerz. Sie inszenieren alte und neue Gedichte mal anders. „Wir möchten zeigen, dass Lyrik nicht altbacken sein muss“, so Philosophin und Theologin Ida Lamp.

In ihren Lesungen geht es um viele verschiedene Themen. Von heiteren Gedichten bis hin zu Themen wie Suizid und Trost ist alles dabei. Für Lamp ist klar: „Was nennbar ist kann tragbar werden“, deswegen müsse man auch schwierige Situationen in Worte fassen. So ließen sich auch mit schwarzem Humor viele schlimme Lebenssituationen besser ertragen.

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Lesungen an ausgefallenen Orten gehören zum Konzept der beiden Künstler. Die Mission: „Leuten Lyrik schmackhaft zu machen – nicht nur zum Selbstzweck, sondern vor allem zur Unterhaltung“, so Steffen Gerz.
(…): „Vor allem überrascht die politische und soziale Aktualität der zum Teil über 100 Jahre alten Texte.“ „Die Idee zum Duo entstand aus einer Schnapsidee von Ida – SprechAKT ist uns einfach passiert“, lacht Steffen Gerz.

Solinger Morgenpost vom 21.09.10:

„An den Haltestellen regen literarische Höhepunkte zum Nachdenken an, man erkennt sich selbst wieder oder lacht herzhaft über Ironie und Wortwitz. Vorgetragen – ja eigentlich kann man fast von (…) Theaterszenen sprechen – werden die ausgesuchten Texte von SprechAKT. (…) ein dynamisches Duo, das nicht nur die unterschiedlichen Texte selbst zusammenstellt, sondern ihnen auch noch so viel leben einhaucht, das man glauben könnte, man höre zum ersten mal ein Gedicht oder einen lyrischen Kurztext. Ida Lamp und Gerz verstehen es zu verzaubern, erheitern, zu berühren. Sie bringen zum lachen, zum Nachdenken, zum Innehalten.“

Solinger Tageblatt vom 21.09.10:

„Existenzielle Fragen machten (…) (die Lesung) zu einer literarischen Reise. Mal theatral, mal mit einem Augenzwinkern, war die Textauswahl alles andere als eintönig. (…) Steffen Gerz verstand es Texte von Guy de Maupassant, Franz Kafka und anderen Schriftstellern vorzutragen (…) von nachdenklich bis witzig (…).“

Solinger Morgenpost „Lyrik neben Trockenhauben“ 17.04.2010:

SprechAKT macht dabei keinen Halt vor den Genres und Epochen, mischt Drama, Lyrik und Prosa mit kabarettistischen Einlagen und Dichter der Moderne mit Klassikern der Literaturgeschichte. SprechAKT macht auch keinen Halt vor schwierigen Themen, vor Themen, die schmerzen oder über die man nicht spricht- und vor den Orten, die damit zusammenhängen. (…)Die Orte dazu: Eine alte Kirche, die Palliativstation einer Klinik oder das historische „Bewahrhaus“ der Dürener Psychiatrie. Denn: „Nicht jedes Programm geht an jedem Ort.“

Rhein Zeitung, Kritik zur Premiere von „Lyrik NERVT!“ 06.11.09:

„Unter dem Titel „Lyrik NERVT!“ brannten SprechAKT, (…), ein Feuerwerk der Dichtkunst ab. Die Lese — Performance, von Gerz gekonnt als Streitgespräch in Szene gesetzt begeisterte das Westerwälder Publikum. Der Bogen den SprechAKT spannt ist sicherlich gewagt. Die Erörterung der Frage ob Lyrik heute nicht einfach nur noch „nervig“ und irrelevant ist, hätte schnell in eine reine Comedyveranstaltung abgleiten können, (…). Aber selbst durch die drastischste Parodie schimmert bei SprechAKT die Liebe zur Lyrik. Während Steffen Gerz vor allem in den komischen Passage überzeugte, wobei ihm seine große Bandbreit an Dialekten zu Gute kam, brillierte Ida Lamp bei den leiseren Tönen (…).

Solinger Tageblatt zu „Es wächst das Tröstende“ 17.10.09:

„Bewegend wurden große Themen wie Vergänglichkeit, Trauer, Hoffnung oder Erinnern durch die lyrischen Worte facettenreich beleuchtet. Die Auswahl der Texte sei vor allem Gefühlssache, erklärte Ida E. Lamp. „Leiden macht stumm. (…) Was nennbar ist kann tragbar werden.“